Paul Kunisch und Thomas Derra vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium

Wir sind Paul Kunisch (17) und Thomas Derra (17) vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium (FDG) in Aschaffenburg. Wir besuchen derzeit beide die 10. Klasse und werden voraussichtlich 2021 die Schule mit dem Abitur abschließen. Durch unseren Sieg beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht 2019“ im Fachbereich Chemie haben wir die Möglichkeit bekommen, an dieser Japanreise teilzunehmen.

In unserem Forschungsprojekt „Die ASA-Therapie zur Bekämpfung der Ölpest“ beschäftigten wir uns mit der Beseitigung von Ölteppichen auf dem Meer. Auf Basis eines kostengünstigen Papierleimungsmittels konnten wir ein Adsorptionsmittel entwickeln, das nur Rohöl und kein Wasser aufnimmt.

Mit unseren Forschungsarbeiten haben wir im Jahr 2017 begonnen und wurden dabei tatkräftig von unserem Betreuungslehrer Volker Fries unterstützt, der am FDG – übrigens seiner eigenen Abiturschule – die Fächer Biologie und Chemie unterrichtet.

Friedrich Dessauer Gymnasium9.jpgUnsere Heimatstadt Aschaffenburg liegt am Main in Unterfranken im äußersten Nordwesten Bayerns, ca. 50 km östlich von Frankfurt am Main und zählt knappe 65.000 Einwohner.

Neben vielen kulturellen Möglichkeiten (Theater, Kabarett, …) bietet die Stadt auch große Einkaufsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten, wie z.B. das Wahrzeichen Schloss Johannisburg und das Pompejanum, eine Nachbildung einer Villa aus Pompeji.

Hier befindet sich auch das Friedrich-Dessauer-Gymnasium (FDG) mit naturwissenschaftlich-technologischem und Friedrich Dessauer Gymnasium5sprachlichem Schwerpunkt. Ungefähr 1.350 Schüler*innen gehen hier zur Schule und werden von ca. 140 Lehrer*innen unterrichtet.

Das auf sieben Säulen basierende Leitbild (Gemeinschaftsleben, MINT, Individuelle Förderung, Sprachliche Vielfalt, Erlebnis Sport, Musik und Kultur, Qualitätsentwicklung) spiegelt den Wahlspruch des FDG wider: „Dynamische Schule der Vielfalt“.

Seit 2014 ist das FDG als MINT-EC-Schule Teil des bundesweiten MINT-EC-Schulnetzwerks.

Besonders stolz ist die Schulfamilie des FDG auf den Titel als Deutschlands „Jugend-forscht-Schule“, mit dem sie 2017 ausgezeichnet wurde. Dies zeigt, dass das Engagement von Schulleitung, Lehrkräften und Schüler*innen insbesondere in den MINT-Fächern Früchte trägt. Auch als einer der Sieger beim aktuellen Deutschen Lesepreis konnte das FDG seine Kompetenzen unter Beweis stellen.

Das FDG hat jedoch nicht nur Spannendes und Abwechslungsreiches für begeisterte NaturwisFriedrich Dessauer Gymnasium6senschaftler*innen zu bieten: Auch mit einem breiten Angebot an freiwilligen Sportkursen wie zum Beispiel Klettern, Schwimmen, verschiedene Ballsportarten, etc. ist wirklich für jeden etwas dabei. Als extrem außergewöhnlich könnte man das Projekt der sog. „Ergometer-Klasse“ bezeichnen: die Schüler*innen einer Klasse der 5. Jahrgangsstufe wechseln sich dabei während der Unterrichtsstunden auf sechs im Klassenzimmer stehenden Ergometern ab – bewegte Pause war gestern, heute heißt’s Bewegung auch IM Klassenzimmer!

Und wer keine Lust auf Sport hat, dem stehen die Möglichkeiten offen, Theater zu spielen oder sich musikalisch zu betätigen. Neben einem großen Schulchor bietet das FDG auch kostenlosen Instrumentalunterricht an z.B. für Blas- und Streichinstrumente. Besonders begabte Schülerinnen und Schüler können zudem im Schulorchester oder der BigBand mitwirken.

Als Teil der deutschen Delegation fühlen wir uns außerordentlich geehrt, an der Reise zur Super Science High School Student Fair nach Kobe eingeladen worden zu sein und danken jetzt schon allen an der Organisation Beteiligten. Wir freuen uns darauf, den japanischen Jungforscher*innen unser Projekt vorzustellen und hoffen, auch viel von ihnen und über ihre Kultur lernen zu können. Besonders gespannt sind wir aber auch auf die neuen kulturellen Erfahrungen, da noch keiner des bayerischen Trios der deutschen Delegation bisher einen Fuß auf asiatischen Boden gesetzt hat…

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Klara und Ferdinand Krämer aus Weitersburg und ihr Jugend forscht Projekt „TIANE-Ein offener Smart-Home Sprachassistent“

Wir sind die Geschwister Ferdinand und Klara Krämer aus Weitersburg und wir sind 20 und 18 Jahre alt. Klara geht ab August diesen Jahres in die 13. Klasse des Johannes-Gymnasiums Lahnstein (Rheinland-Pfalz) und wird im März ihr Abitur machen. Ferdinand, der dort bereits 2018 sein Abitur bekommen hat, macht aktuell ein duales Studium zum Elektroingenieur bei der Firma Stabilus in Koblenz (Rheinland-Pfalz).

Gemeinsam waren wir dieses Jahr mit unserem Projekt „TIANE – Ein offener Smart-Home Sprachassistent“ im Wettbewerb Jugend forscht sehr erfolgreich und haben auf Bundesebene den 2. Platz in der Kategorie Mathematik/Informatik erzielt.

Wir beide wohnen in einem ruhigen kleinen Dorf mit wunderschönem Blick ins Rheintal. Dort sitzen wir oft und gerne im Garten mit der gesamten Großfamilie, da Groß- und Urgroßeltern, Tante, Cousinen und Cousins größtenteils in der gleichen Straße wohnen.

Weitersburg

 

Mein Name ist Klara Krämer und mich begeistert Logik und alles, was durch logische Schlussfolgerungen beschrieben werden kann. Deshalb hat mir der Informatikunterricht so gut gefallen, dass ich zusätzlich zu meinem eigenen Kurs in meinen Freistunden auch den parallelen Informatikkurs besuche, da in beiden oft sehr unterschiedliche Themen behandelt werden. Tüfteln und Programmieren macht mir sehr viel Spaß und obwohl ich dieses Jahr zum ersten Mal an Jugend forscht teilgenommen habe, haben der Wettbewerb und die Arbeit an unserem Projekt mir gezeigt, wie gerne ich Informatik studieren würde, was ich nach meinem Abitur im März 2020 anstreben werde. In meiner Freizeit verbringe ich viel Zeit in der Tanzschule, wo ich an vielen verschiedenen Paartanzkursen teilnehme. Außerdem mache ich seit einigen Jahren Leistungsturnen, ich spiele Geige, singe im Kirchenchor unserer Pfarrgemeinde, in der Ferdinand und ich zudem beide Messdiener sind, ich gebe drei jüngeren Schülerinnen Nachhilfe und unterrichte eine Grundschulgruppe im Geräteturnen.

Bei unserem Projekt betreut uns Klaras Stammkurslehrer und Ferdinands ehemaliger Physik-Leistungskurslehrer Norbert Fisseni, der bereits im letzten Jahr Ferdinands Jugend forscht Projekt mit Begeisterung unterstützt hat.

Ich bin Ferdinand Krämer und hatte schon immer viel mit Technik zu tun. Als Kind habe ich mit Lego angefangen, schnell kamen aber auch andere Baukastensysteme dazu, vor allem Fischertechnik, und von allen haben mich die programmierbaren Robotik-Sets immer am meisten interessiert. So habe ich dann auch vor drei Jahren angefangen, größere Projekte für Jugend forscht zu entwickeln, und durfte mich damit auch letztes Jahr schon über einen Landessieg freuen. Meine Freizeit verbringe ich dementsprechend tatsächlich zum größten Teil damit, am Computer oder in meiner Technik-Werkstatt an meinen Projekten zu feilen oder neue Ideen auszutüfteln. Außerdem besuche ich seit Jahren Paartanzkurse.

Unser Projekt zielt darauf ab, einen Smart-Home-Assistenten namens TIANE nach dem Vorbild von Alexa & Co. zu entwickeln, der aber im Gegensatz zu diesen kommerziellen Versionen möglichst komplett Open Source und somit voll vertrauenswürdig sein soll. Da wir zwar schon ein paarmal überlegt hatten, uns einen solchen Sprachassistenten anzuschaffen, dann aber schnell wegen der gängigen Datenschutzbedenken zurückgeschreckt sind. Also haben wir TIANE als garantiert und – da der Quellcode offen im Internet steht – überprüfbar sichere Alternative entwickelt. Diese Vertrauenswürdigkeit ermöglicht es uns außerdem, TIANE mit zusätzlichen Funktionen wie beispielsweise Kameras mit Gesichtserkennung auszustatten, dank derer sie ihre Nutzer erkennen und im Haus finden kann, um sie selbstständig genau dort anzusprechen.

Wir freuen uns sehr darauf, viele neue Menschen kennenzulernen, etwas über die japanische Kultur zu erfahren und besonders auf die vielen neuen Erfahrungen, die wir zweifellos auf unserer Japanreise sammeln werden.

Bald geht´s wieder auf zur SSF nach Japan!

Seit nunmehr acht Jahren reist eine MINT-EC-Jugend-forscht-Delegation nach Japan, um dort Deutschland auf der Super Science High School Student Fair (SSF) exklusiv zu vertreten. Auch dieses Jahr wird die SSF wieder in Kobe stattfinden und ist in etwa mit dem Jugend forscht-Wettbewerb vergleichbar. Unsere Delegation besteht aus Schülerinnen und Schülern der MINT-EC-Schulen und ihren Lehrkräften, die mit Projekten beim Jugend forscht-Bundeswettbewerb beteiligt waren.

Am 17. Juni war es nun endlich soweit und die Gruppe traf sich zum ersten Mal in Berlin zum Vorbereitungstreffen.  Hierher hatte Wolfgang Gollub, Vorstandsvorsitzender MINT-EC, ins Haus des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall geladen. Dort lernte die Gruppe auch ihre Delegationsleiterin Ulrike Sweetwood aus der MINT-EC-Geschäftsstelle kennen. Zudem gaben die Organisatorinnen Tatjana Wonneberg und Sabrina Wägerle vom Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin wichtige Informationen zum Ablauf der Reise und zur japanischen Kultur und den dortigen Verhaltensweisen.

Dabei sein werden dieses Jahr: Moritz van Eimern, Hendrick Tackenberg und ihre stellvertrende Schulleiterin Frau Dr. Cornelia Wissemann-Hartmann vom Carl-Fuhlrott-Gymnasium in Wuppertal, Paul Kunisch, Thomas Alexander Derra und Lehrer Volker Fries vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium in Aschaffenburg sowie Klara Krämer, Ferdinand Krämer und Lehrer Norbert Fisseni vom Johannes-Gymnasium in Lahnstein, sowie Ulrike Sweetwood von MINT-EC.

Weitere Informationen zur SSF, dem Besuch der Delegationen in den Vorjahren und den Projekten finden sich in der Rubrik „Über diesen Blog„, siehe oben.

Warum es diesen Blog gibt, ist schnell erklärt: Im Jahr 2014 schrieben die mitreisenden Schülerinnen und Schüler aus eigener Motivation heraus einen Blog: https://ssh2014.wordpress.com. Nicht nur bei den Familien, Freundinnen und Freunden und in den Schulen kam dieser gut an. Auch zahlreiche Menschen aus dem Netzwerk und Umfeld von MINT-EC, Jugend forscht, think ING. und dem Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin verfolgten die zum Teil sehr unterhaltsamen Beiträge und zahlreichen Fotos – wurde doch alles tagesaktuell veröffentlicht (nicht zuletzt für die Familien ein wichtiges „Lebenszeichen“). Für mögliche Reisen in den Folgejahren wurde daher die Pflege eines Blogs als fester Bestandteil der Reise eingeplant und seit der Fahrt 2015 gepflegt.

Die Teilnahme an der jährlich stattfindenden Veranstaltung erfolgt auf Einladung des japanischen Erziehungsministeriums. Die Reise wird durch MINT-EC und das Japanisch-Deutsche Zentrum Berlin (JDZB) organisiert und von der Stiftung Jugend forscht und
dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall im Rahmen der Initiative think ING. gefördert.

Viel Spaß beim Lesen!