Mission Titelverteidigung: Deutsche Delegation bei japanischer Super Science Highschool Students Fair 2018 dabei

Eine große Ehre wird einer deutschen Delegation zuteil: Sie darf nach Japan reisen und dort ihre Jugend-forscht-Bundeswettbewerbs-Projekte präsentieren! Aber der Reihe nach: Zum nunmehr siebten Mal in Folge erging nach Deutschland eine Einladung aus und nach Japan, um an der dortigen Super Science Highschool Students Fair (SSF) teilzunehmen. Über den Kontakt zum Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (jdzb) ergeht diese Einladung seit Beginn an MINT-EC als dem deutschen Excellence-Schulnetzwerk. Die SSF ist in etwa mit dem Bundeswettbewerb Jugend forscht (JuFo) vergleichbar. Die deutsche Gruppe rekrutiert sich aus Schülerinnen und Schülern von MINT-EC-Schulen und ihren Lehrkräften, die mit ihren Projekten im JuFo-Bundeswettbewerb standen. Dazu weiter unten mehr.
Auch im Jahr 2018 wird somit eine MINT-EC-Jugend-forscht-Delegation nach Japan reisen und auf Schülerinnen und Schüler exzellenter japanischer MINT-Gymnasien und Delegationen aus anderen Ländern der Welt treffen und über 200 naturwissenschaftlichen Projekte kennenlernen. Und natürlich ihre eigenen zeigen.
Die Science Fair findet in Kobe vom 07. bis 10. August statt. Neben einem ausgefüllten Fair-Programm, wird es für die deutsche Delegation vorher und nachher ein Kulturprogramm in Japan geben.
In den letzten vier Jahren gewann immer eines der deutschen Projekte den Publikumspreis bei der SSF, daher dürfen sich die aktuellen Schülerinnen und Schüler der „Mission Titelverteidigung“ (ganz wie im Fußball) widmen.

Am 18. Juni traf die Gruppe erstmals zusammen, dabei entstand obiges Foto. Zum Vorbereitungstreffen hatte Wolfgang Gollub, Vorstandsvorsitzender von MINT-EC (auf dem Foto: hintere Reihe, rechts), ins Haus Gesamtmetall geladen. Dort gaben Organisatorinnen Tatjana Wonneberg (auf dem Foto: hintere Reihe, links) und Sabrina Waegerle (auf dem Foto: hintere Reihe, 2. von rechts) vom Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (jdzb) wichtige Informationen zur Organisation und zum Ablauf der Reise, zur japanischen Kultur und den dortigen Verhaltensweisen. Zudem lernte die Gruppe Johannes Brattke, Veranstaltungsleiter bei MINT-EC, kennen, der als Delegationsleiter die Reise begleitet (auf dem Foto: vordere Reihe, links).

Die Delegation setzt sich zusammen aus:
Marten Erdmann, Benjamin Pichagon Mühl und Lehrer Carsten Stoeter vom Archenhold-Gymnasium in Berlin,
Karoline Schuster, Lena Kalkofen und Lehrerin Beate Enzian vom Georg-Cantor-Gymnasium in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt),
Tim-Lorenz Depping, Lilian Jasmina Rieke und Lehrer Andreas Bauer vom Gymnasium Papenburg in Papenburg (Niedersachsen),
sowie Delegationsleiter Johannes Brattke von MINT-EC.
Die Delegation und ihre Projekte werden in den kommenden Wochen auf diesem Blog vorgestellt.

Während der Reise wird neben diesem täglich gepflegten Blog zudem auf der MINT-EC-Facebook-Seite tagesaktuelle Postings geben: facebook.com/MINTECnetzwerk
Und auch Super-Maskottchen SieFelix-san wird erneut nach Japan mitreisen und fleißig posten, hat nämlich eine eigene Facebook-Seite: facebook.com/siefelixsan

Weitere Informationen zur SSF, dem Besuch der Delegationen in den Vorjahren und den Projekten finden sich in der Rubrik Über diesen Blog.

MINT-EC möchte sich bedanken, denn unterstützt und ermöglicht wird der Aufenthalt erst von der Stiftung Jugend forscht, Gesamtmetall im Rahmen der Initiative think ING. sowie dem Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (JDZB).


Warum gibt es diesen Blog?

Im Jahr 2014 schrieben die mitreisenden Schülerinnen und Schüler aus eigener Motivation heraus einen Blog: https://ssh2014.wordpress.com. Nicht nur bei den Familien, Freundinnen und Freunden und in den Schulen kam dieser gut an. Auch zahlreiche Menschen aus dem Netzwerk und Umfeld von MINT-EC, Jugend forscht, think ING. und dem Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin verfolgten die zum Teil sehr unterhaltsamen Beiträge und zahlreichen Fotos – wurde doch alles tagesaktuell veröffentlicht. Für Reisen in den Folgejahren wurde daher die Pflege eines Blogs als fester Bestandteil der Reise geplant und seit der Fahrt 2015 gepflegt.

Viel Spaß beim Lesen!

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Danke für die beste Japanreise ever!

Jetzt hat der Alltag, für manche sogar die Schule, wieder begonnen und das Jetlag ist kuriert. Damit ist jetzt die optimale Zeit gekommen um den Verantwortlichen für diese unvergessliche Reise danke zu sagen.

Besonders bedanken wollen wir uns bei denen, die uns schon beim Vortreffen mit Erklärungen, Tipps und sogar einem Crashkurs Japanisch versorgt haben: Herr Gollub von Gesamtmetall, der uns auch im Rahmen der Initiative think ING. unterstützt hat und Frau Wonneberg vom Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (jdzb), die es mit Frau Inaba in Japan geschafft hat, die vielen wunderschönen Sehenswürdigkeiten und Programmpunkte zu einer durch und durch gelungenen Reise zusammen zu fügen. Der Stiftung Jugend Forscht danken wir für die finanzielle Unterstützung und das Ermöglichen der Reise.
Danke auch an Frau Waegerle vom jdzb für die Flug-Organisation und unsere beiden Dolmetscherinnen Frau Yamaguchi und Frau Yamashita.

Besonders wollen wir Johannes Brattke danken, der immer wusste, was man am besten ausprobieren sollte (besonders auch  die Essensvorschläge 😉 ), um nichts zu verpassen und stets gut gelaunt unsere Gruppe geführt hat.

Jetzt können wir uns auf das Nachtreffen freuen, bei dem wir uns mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Vorjahre treffen können.

Was ich (Felix) sicher nie vergessen werde: Das unerwartet fantastische Essen, die liebevoll gestalteten Gärten, das super Programm, bei dem ich jeden Tag jederzeit gerne wiederholen würde, die neu gefundenen Freunde aus Japan, Indien, Singapur, den Philippinen,…. und die super Stimmung in der Gruppe.

Glücklich und müde: Die Delegation ist zurück

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Glücklich, müde… und ein bisschen verwackelt: Abschlussfoto am Frankfurter Flughafen.

Am gestrigen Montag (14.08.) landete gegen 15 Uhr und somit nach fast zwölf Stunden Flugzeit (mit Zeitumstellung) die Reise der diesjährigen MINT-EC-Jugend-forscht-Delegation nach Japan. Müde aber glücklich trennten wir uns, ein bisschen erschlagen von den vielen, vielen Eindrücken.
In den nächsten Tagen folgt noch ein Abschluss-Post der Gruppe. Doch bis dahin heißt es Bilder sortieren, Mitbringsel verteilen, Geschichten erzählen… und schlafen.

 

Grandioser letzter Tag im schönen Kyoto

Nach einem sehr gemütlichen Frühstück in unserem „Tieftisch-Gemeinschaftszimmer“ begann der letzte Tag unserer Reise. Die erste Nacht in der neuen Jugendherberge war dank der großen Betten und der tollen Atmosphäre so erholsam, dass wir uns ausgeschlafen und top fit auf dem Weg zum Sanjusangen-do(-Tempel) machten. Dort erwarteten uns 1001 schwarz-goldene Holzstatuen, welche bereits mehrere 100 Jahre alt sind und beeindruckend in dem Tempel zur schau gestellt werden (die man leider nicht fotografieren darf).

Durch Frau Yamashita, unsere kyototanische Dolmetscherin, haben wir einige Insiderdetails, wie diese über die Stadt und den Tempel bekommen.

Dass Lotusblätter interessante Eigenschaften haben, war Uns allen bekannt. Aber, dass diese auch perfekte Fotomodelle für Calpis-Wassershows sind, haben wir ausgiebig bewundert, bis wir dann schließlich das: „DO NOT TOUCH“ Schild entdeckt hatten.

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Kein Schild zu sehen…

Dafür bekamen wir dann aber auch unsere Schläge, natürlich nur für die gute Durchblutung des Rückens beim Zazen in einem buddhistischen Tempel. Zazen ist eine alte buddhistische Lehre, welche völlige Entspannung durch Meditation herbeiführen sollte. Teilweise kann man dem auch zustimmen, wenn man vernachlässigt, dass man für 15 Minuten in einer nahezu unmöglichen Schneidersitzposition sitzen, den Boden anstarren muss und an nichts denken darf, während man immer wieder aufs neue bis 10 zählt. Gratis dazu gab es auf Wunsch dann eben die Schläge mit einem Holzknüppel, welche anscheinend bei manchen nicht einmal auf Abneigung stießen. Im selben Tempel gab es im Anschluss für uns zuerst eine kleine Süßigkeit und dann den hervorragenden grünen Matcha-Tee.

Ausgeglichen und gestärkt gingen wir im Anschluss durch die Gartenanlage des Tofuku-Tempel, um die letzten Schritte zur Findung unserer inneren Mitte zu gehen.

Das Kontrastprogramm folgte und so wurden schließlich Andenken und kleine Mitbringsel zuerst im Handicraft Center und dann in einer der schönen Einkaufsstraßen Kyotos gefunden und gekauft.

Das Highlight des Tages war aber ein Anderes: Das Essen! Eigentlich könnte man das kommentarlos so stehen und einfach die Bilder für sich sprechen lassen. Der Genuss ist sowieso nicht in Worte zu fassen. Schweigen und genießen war aber an diesem Abend nicht angesagt. Lukas, ein MINT-EC-Alumni war wieder zu Gast und hat den jüngeren unter uns einige interessante Tipps und Tricks für die Zukunft gegeben.

Außerdem gab es natürlich wie so oft wieder mal was zu lachen. Alles in allem ein wundervoller Tag und toller Abschluss für die gesamte spannende Woche!

Vom „kleinen“ Kobe in die Touristenstadt Kyoto

Heute ging es erst später (8:30) zum Zug und dann direkt nach Kyoto. Am dortigen Hauptbahnhof empfing uns ein deutlich größerer Ausländeranteil und zwei Taxis die uns in unsere jetzige Unterkunft gebracht haben, ein schnuckeliges Häuschen nur für uns, in dem neben typisch japanischer Ausstattung durch etwas begrenzten Wohnraum der Kopf wegen niedrigen Türen und Lampen Gefahr läuft ein paar Beulen mitzunehmen.

Da Kyoto im 2. Weltkrieg nicht bombardiert wurde sind noch viele alte Straßen und Tempel vorhanden und in genau so einem wunderschönen alten Viertel liegt unsere Unterkunft.

Nach der Ankunft ging es in den Tempel Nanzen-ji, der mit kleinen stilvollen Gärtchen und überdachten Holzwegen zur Entspannung und Meditation anregt (insofern man das bei den mit Zikaden gefüllten Bäumen schaffen kann).

Im Anschluss gab es Tofu von bester Qualität in einem Restaurant das auf dieses buddhistische Essen spezialisiert ist (man darf schließlich weder Fleisch noch Fisch essen) und der Gruppe gezeigt hat, wie viel besser Tofu als das, was man in Deutschland bekommt, schmecken kann. Ich würde mich niemals dafür entscheiden dauerhaft auf Fleisch zu verzichten, aber bei der Qualität würde ich es sicher eine Zeit lang schaffen.

Vom Tempel ging es in die Burg Nijo, früher Sitz des Shoguns. Die Farbe und Form der Wandmalereien hätte ich nie erwartet. Bedrohliche Löwen auf goldenem Hintergrund in den offiziellen Räumen, um Besuch einzuschüchtern und Tintenmalereien in den privateren Bereichen. Stets begleitet wird unsere Erkundungstour von einem Quietschen durch den Nachtigallboden (ausgelöst durch einen über das Holz der Bodenbretter reibenden Metallnagel). Das Ziel davon war es, feindliche Personen im Schloss schneller zu erkennen, bzw. zu hören. Den Eingang ziert ein großes, reich verziertes Tor, bei dem man wohl schon auf den ersten Blick erkennt, wie viel handwerkliches Geschick dafür von Nöten ist.

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Tor zur Burg Nijo

Kurz konnten wir noch in die Gärten, mussten uns dann aber beeilen. Eine große Kugel Matcha-Eis verpassten wir leider um 2 Minuten und mussten ohne Eis weiter ziehen. Morgen klappt’s bestimmt.

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Garten der Burg

Im Altstadtviertel ging es anschließend in eine knapp einstündige Vorstellung, die wie ein Crashkurs Japanische Kultur funktioniert hat, und alles in allem hoch interessant war, auch wenn vor allem die traditionelle Musik sehr gewöhnungsbedürftig war.

Mit Lukas, einem MINT-EC-Alumni der zufällig ganz in der Nähe war, und am Abende zu uns stieß, ging es jetzt zum Abendessen. Wie erwartet war das Essen (eine Art Omlett) wahnsinnig lecker. Anschließend machten wir noch ein Gruppenfoto mit ihm.

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Student und MINT-EC-Alumni Lukas (Dritter von rechts), derzeit zum Praktikum in Japan, besuchte uns spontan

Danach ging’s zurück durch die engen jetzt menschenleeren Gässchen, die nachts nur noch von ein paar kleinen Kätzchen bevölkert werden. Die Tempel wurden schon jetzt in Vorbereitung auf das O-bon-Fest in wenigen Tagen mit lauter kleinen Lampions beleuchtet. Das erzeugt eine ruhige und angenehme Atmosphäre, die von der nach Sonnenuntergang langsam fallenden Temperatur unterstützt wird.