Leider schon wieder nach Hause

Nach kurzer Schlafphase starteten wir am Montagmorgen um 5:50 Uhr mit dem Taxi in Richtung Flughafen Osaka. Hier sind wir problemlos durch alle Flughafenhürden gekommen und hatten sogar noch Zeit für ein Frühstück bei Starbucks. Kurz darauf ging es für die nächsten fast zwölf Stunden in den Flieger. Diesmal klappte alles problemlos und wir bekamen sogar unsere gewünschten Sitzplätze. Mit Schlafen, Spielen und Filmen verging die Zeit wie im „Flug“.
In Frankfurt angekommen begrüßten uns dichte Wolken und Nieselregen – völlig ungewohnt! Nach einem Abschiedsselfie gingen wir zur Passkontrolle und Gepäckausgabe. Trotz kurzer Verzögerungen der Gepäckstücke wurden alle geplanten Züge erreicht und es ging mit schönen vielen Erinnerungen wieder in die verschiedensten Ecken Deutschlands. Wir freuen uns schon, die tollen Bilder zu Hause zu zeigen.

IMG-20180813-WA0004
Advertisements

Unser krönender Abschlusstag

Zweiter (und letzter) Tag in Kyoto: Unser Tag startete mit einem traditionell japanischen Frühstück in unserer Herberge. Einige von uns waren etwas geschockt über den vielen Fisch am frühen Morgen.
Nach kurzer Getränkeversorgung ging es mit dem Bus nach Ost-Kyoto. Dort hatten wir eine Zen-Meditation („Zazen“) im buddhistischen Tempel Kodai-ji. Hinter uns liegt eine sehr anstrengende Woche und somit hatten wir einen Kontrast zum stressigen Programm. Der Mönch Join übte mit uns die Technik der Meditation und zeigte uns die ursprüngliche Bestrafung für jugne Mönche, wenn diese bei der Meditation einschliefen. Anschließend beantwortete er uns noch Fragen zu seinem Leben als Mönch im Tempel.

DSC07585 (1500x936)

Als nächstes ging es zur Besichtigung des Haupttempels, des sogenannten Drachentempels. Hier gab es eine Sonderausstellung über Dämonen und eine wunderschöne Gartenanlage. Die gesamte Anlage bildet einen Drachen nach, der auf dem Berghang liegt.

Wir hatten dann im Yasaka-Schrein die Chance, die Lösung einer Geometrieaufgabe aus Kyoto zu besichtigen. Die japanische Tempelgeometrie ist die Darstellung sehr alter komplizierter geometrischer Berührungsaufgaben (Sangaku).

Durch das O-Bon-Fest war die Stadt sehr voll und wir hatten Schwierigkeiten ein passendes Restaurant für elf Personen zu finden. Doch am Ende fand jeder etwas leckeres zu Essen. O-Bon ist ein japanisches buddhistisches Fest, welches zur Rückkehr der Geister der verstorbenen Ahnen gefeiert wird.
Durch kleine Gassen mit vielen alten Häusern ging es zuerst zu einem Treffpunkt. Von hier aus hatten wir die Möglichkeit, fast zwei Stunden in den schönsten Einkaufsgassen nach Mitbringseln und Geschenken zu stöbern, bis das Geld „endlich“ alle war.

Mit dem öffentlichen Bus ging es zur Tee-Zeremonie. In Gruppen von fünf Personen konnten wir in kleinen traditionellen Zimmern die Zeremonie genießen. Je ein Person pro Gruppe durfte sogar den Ablauf der Teezubereitung unter Anleitung durchführen. Besonders beeindruckend war die Perfektion und die Ästhetik der Zubereitung.

Auf dem Weg zum Abendessen wurden noch schnell Designertaschen und Manga-Stifte mitgenommen. Unser Abschlussessen fand im Restaurant Kagonya statt. Die eine Fraktion entschied sich für einen 120 Minuten langen „shabu-shabu“-Essmarathon, während die andere Fraktion sich für ein üppiges und typisches japanisches Menü entschied. Den krönenden Abschluss bildete dann ein leckeres Dessert. Es war auf jeden Fall ein super Abschluss der Reise.
Morgen (in 5 Stunden) starten wir leider schon wieder Richtung Heimat.

PS: Was wir gelernt haben:
– Kleine Schüsseln mit Salz vor der Haustür schützen vor bösen Geistern
– Kleine rote Schreintore am Straßenrand schützen vor pinkelnden Hunden und Katzen, da diese sonst ein schlechtes Gewissen haben
– Abschließbare Regenschirmhalterungen vor Restaurants lösen ein organisatorisches Problem sehr elegant
– Aus Holz kann man Schlüssel für Schuh-Safes bauen

IMG_1712 (1125x1500)

Bilder sagen mehr als tausend Worte

Erster Tag in Kyoto: Heute startete unser Tag mit einer Zugfahrt nach Kyoto. Vorher verabschiedeten wir uns noch von Makiko mit einem Gastgeschenk (nein, SieFelix-san war nicht das Geschenk, auch, wenn man es nach einem Blick auf das folgende Bild so denken könnte) und dankten für ihre herzliche Art.

DSC07453 (1750x1157)

In Kyoto angekommen, wurden wir am Bahnsteig von unserer Dolmetscherin Frau Yamashita freundlich in Empfang genommen. Sie wird uns die nächsten zwei Tage begleiten und uns die Stadt zeigen. Vom Bahnhof aus fuhren wir ca. 20 Minuten mit zwei Taxis zu unserer Herberge.

Nachdem wir die Koffer abgestellt hatten, ging es direkt mit Bus und S-Bahn weiter nach Nord-West-Kyoto. Die Sightseeing-Tour begann mit dem eindrucksvollen Tenryû-ji (ji heißt Tempel). Dies ist ein Zen-Tempel und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Dort gab es für uns auch ein traditionelles buddhistisches Mittagessen. Dieses bestand aus vielen verschiedenen Kleinigkeiten, die alle vegan waren (nach buddhistischer Lehre isst man keine Tiere). Dazu gab es einen gerösteten schwarzen Tee. Wir waren mutig und haben alle alles probiert.

Daraufhin ging es durch den weltbekannten und sehr imposanten Bambushain. Inmitten der Bäume konnte man sich kaum vor Touristen mit Fotoapparaten retten. Aber wir passten uns natürlich an!

Als nächstes entschieden wir uns dafür, den 20 minütigen Anstieg auf den sehr hohen Affenberg zu wagen. Schweißgebadet, aber mit einer wunderschönen Aussicht auf Kyoto, kamen wir oben an. Natürlich gab es auch niedliche Affen zu sehen, die direkt zwischen den Leuten umher liefen. Die Affen durfte man sogar mit speziellen Futter füttern.

Nach dem Abstieg wurden wir mit einem Matcha-Eis belohnt, welches uns gut geschmeckt hat. Unser nächster Weg führte uns an einem Laden mit Produkten aus Bambus vorbei. Anschließend ging es mit dem Bus in Richtung Abendessen. Es gab eine große Auswahl an verschiedenen Essen und jeder hat etwas passendes gefunden. Als Dessert gab es noch ein Eis oder Kuchen.
Im Nieselregen ging es zurück in unsere Herberge. Hier konnten wir in unsere Zimmer einchecken und sind dann sofort wieder aufgebrochen, denn es gab eine Illumination im nahegelegenen Kitano Tenman-gu-Tempel zu sehen. Auf unserem Weg begann es dann zu regnen, doch dies hielt uns nicht ab, uns die Lichtspiele anzusehen. Bei dem Lichterfest handelt es sich um das japanische Tanabata, welches ursprünglich am siebten Tag des siebten Monats des Mondkalenders stattfindet. An diesem Tag treffen sich die zwei Sterne Wega und Altair am Himmel. Nach alter Überlieferung stellen die beiden Sterne ein Liebespaar dar, das das restliche Jahr durch die Milchstraße getrennt ist. Die vielen Lichter und Wünsche, die auf Zettel geschrieben wurden und an lange Schnüre gehängt wurden, fanden wir sehr faszinierend.

Jetzt beginnt unsere Nacht in Tatami-Zimmern auf Futon-Betten.