Monat: August 2016

Zurück im Alltag

Nun ist es schon wieder fast zwei Wochen her, dass wir im sonnigen und heißen Japan gewesen sind. Das Wetter in Deutschland wollte uns wohl noch mal zeigen, dass es auch hier sehr heiß sein kein. Gut, dass wir alle ein Schweißtuch besitzen. Ein echter Vorteil gegenüber allen Hiergebliebenen.

Zurück im Alltag heißt auch: „Die Schule hat uns wieder!“ Dennoch: dieses Jahr ist der Start anders. All die Bilder, Begegnungen und Erlebnisse hallen noch nach und tragen über den ersten Stress hinweg.

An dieser Stelle ist es Zeit, uns bei allen denen zu bedanken, die uns diese Reise ermöglicht haben. Unser besonderer Dank gilt Herrn Gollub von Gesamtmetall, der uns im Rahmen der Initiative think ING. unterstützte und Frau Wonneberger vom Japanisch-Deutschen Zentrum in Berlin, die uns gemeinsam mit Frau Inaba, einen tollen Tourenplan organisierte und uns auf dem Vorbereitungstreffen viele Informationen gab. Auch gilt unser Danke der Stiftung Jugend forscht für die Unterstützung der Reise. Einen großen Trommelwirbel gibt es für Johannes Brattke, unseren Delegationsleiter vom MINT-EC. Danke für die tolle Zeit!

Wir freuen uns auf ein Nachbereitungstreffen. Immerhin haben wir noch getrocknete Fische von Manu, die wollen noch gegessen werden.

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Dieses Selfie entstand vor dem zweitgrößten Torii (Schrein-Tor) Japans, das sich vor dem Heian-jingū in Kyōto befindet. Unser Hashtag dazu lautet: #hashtag

Das Abenteuer des Zurückgebliebenen (nicht geistig zu verstehen!)

Teilnehmer Ben blieb, wie im letzten Blogeintrag erwähnt, noch ein paar Tage länger. Hier sein Bericht.

Tag I)
Am ersten Tag sollte es nach Nara gehen. Nara ist die ehemalige Hauptstadt Japans und hat so einiges zu bieten. Dort hatte ich mich mit einer Japanerin der Kobe Highschool, die ich hier kennengelernt hatte, verabredet. Wie sich herausstellte war das auch zwingend nötig. Der Tag fing damit an, dass ich am Hauptbahnhof von Kyoto war und ungefähr zwei Stunden benötigt habe, um das richtige Ticket zu kaufen und das richtige Gleis zu finden. Mone (die Japanerin) hatte mir exakte Angaben gemacht.

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An englische Richtungsangaben ist in Japan jedoch nicht zu denken. Deshalb hat mich ein älteres Pärchen an die Hand genommen und überall hingeführt. Als ich dann endlich im Zug war, habe ich ein weiteres nettes Mädchen getroffen, Tomoe. Tomoe studiert Englisch und möchte einmal in Amerika studieren. Mit ihr hatte ich auch direkt jemanden gefunden, der Englisch spricht und mich somit durch die Gegend führen konnte.

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Als ich am Treffpunkt ankam, musste ich kurz auf Mone warten. Nebenbei lief Deutschland gegen Japan bei Olympia. Deutschland gewann, weshalb ich mich als doitsu verstecken musste. Vergeblich. Als Mone mich dann endlich von den bösen Blicken erlöste, ging es Richtung Horyu-ji, einem Tempel der unter anderem das älteste Holzgebäude der Welt beinhaltet.

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Im Anschluss ging es dann weiter Richtung Todai-ji, einem weiteren Tempel. Dieser besitzt die größte buddhistische Bronzestatue.

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Was mich jedoch am meisten begeisterte, waren die freilaufenden Rehe und Hirsche von Nara. Man konnte sie streicheln und sogar füttern. Beim füttern war jedoch Vorsicht nötig, da sie gerne in den Rucksack oder die Hose beißen oder mit den Hörnern stoßen. Ohne Mone hätte ich mich an dem Tag mindestens 20 mal verlaufen. #aufgeschmissenohnejapanerinnen

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Tag II)
Am nächsten Tag entschied ich mich (alleine) einen Schrein zu besuchen. Der Fushimi Insari-Taisha (=Schrein) hatte mich begeistert, da man von tausenden (keine Übertreibung) Tori Ri I (roten Toren) bis zum Gipfel des Mount Inari begleitet wurde. Diesen erreichte man nach etwa zwei Stunden wandern. Die Aussicht oben hat den Aufwand jedoch gerechtfertigt.

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Danach war ich extrem erschöpft und dachte mir, zum Mittag soll es ‚was Westliches geben: Auf deutsch, McDonald’s. Dort angekommen bestellte ich 10 Chicken Nuggets und Pommes. Als ich jedoch knapp 25€ zahlen sollte wurde ich stutzig. Die Verkäuferin hatte unsere Konversation, die aufgrund fehlender Englischkenntnisse auf Zeichensprache stattfand, missinterpretiert. Sie dachte ich hätte 10 x 5 Nuggets bestellt, also 50. #languagebarrier Im Anschluss ging es auf einen Mittagsschlaf ins Hostel. Abends sollte es dann zum Daimonji (Feuer in Form eines Schriftzeichens) gehen. Also ab zum Bahnhof und los. Dachte ich. Ich musste nach dem Weg fragen. Mehr als einmal. Ich hab eine japanisch aussehende Frau angesprochen und wurde in perfektem Englisch begrüßt, sie war Amerikanerin und hieß Yoko. Wir machten uns zusammen auf den Weg. Dort angekommen meinte der Regengott (einer der 8 Millionen) es gut mit uns und schenkte uns 3 Stunden Dauerregen. Ein großzügiges Geschenk. Daimonji konnte nicht erreicht werden, da 5 Minuten Fußweg bei dem Wetter nicht machbar war, die Straßen waren überflutet. Aus einem mir unbekannten Grund wurde das Feuer trotz Regen und fehlender Zuschauer dennoch entzündet. In Japan geht eben alles nach Plan. Yoko und ich zogen uns im Jazzclub LushLife zurück, verbrachten unser Daimonji dort und warteten den Regen ab.

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Als wir zurück nach Kyoto wollten, erfuhren wir, dass die Züge aufgrund des Regens nicht mehr fuhren, weshalb ein einstündiger Umweg genommen werden musste. Es war ein sehr chaotischer Abend.

Tag III)
Am dritten Tag verabredete ich mich mit einem alten Bekannten. Diesmal war er jedoch nicht als #superguide, sondern als #superfreund dabei: Manu! Manu begleitete mich nach Osaka und hat mir die Stadt gezeigt. ,Kleines Tokyo‘ so nannte er Osaka. Osaka zeigt die moderne Seite von Japan. Wohin man schaut Hochhäuser und noch mehr Hochhäuser. Zuerst gingen wir in ein riesiges Elektronikgeschäft. Dort gab es alles, nur PC scheint niemand zu spielen? Als ich endlich ein Spiel gefunden hatte, stellte sich heraus, dass dieses nur in Japan spielbar ist. Dafür habe ich eine neue Bekanntschaft gemacht: Pepper. Pepper ist ein Roboter, mit dem man sich unterhalten kann und der sogar Witze erzählt.

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Nach dem Gespräch mit Pepper ging es dann weiter zum Mittagessen. Auf dem Plan stand ,Okonomiyaki‘, eine Art japanische Pizza.

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Nach dem Essen sind wir zum Aussichtsturm gegangen. Vom 40. Stockwerk aus, welches nicht überdacht war, konnte man ganz Osaka sehen und sogar Blicke auf Kobe werfen. Unter anderem konnte man den Flughafen sehen und eine Autobahn die durch ein Hochhaus läuft.

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Danach haben wir uns entschieden noch etwasbucks zu trinken. Mein Charme hat dazu geführt, dass ich ein Kommentar auf dem Becher erhielt, Manu leider nicht.

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Die restliche Zeit haben wir damit verbracht, indem wir uns auf die Ausländer-Treffpunkt-Treppe gesetzt haben und über Frauen, Japan, die Zukunft und Frauen geredet haben. Während des Trips war auch immer ,Aus welchem Land kommt dieser Asiate?‘ sehr beliebt. Meine Quote war unwahrscheinlich gut. Bei ,Wie alt ist..?‘ war ich allerdings unglaublich schlecht. Manu wird mich am 19. noch bis zum Flughafen begleiten! Wieder zurück im Hostel habe ich noch mit dem Amerikaner Stephen gesprochen. Die Topics waren unter anderem seine Arbeit als Dolmetscher, die Shinto-Religion (welche laut seiner Master-These gar keine ist) und die politische Lage in Amerika. Was die politische Lage anging waren wir uns einig, dass Trump und Clinton doof sind und dass #jetfuelcantmeltsteelbeams. Auch er ist sich sicher, dass ich wie ein Amerikaner klinge?! Im Anschluss habe ich mich noch mit einem deutschen Juristen, Marc, über die Rechtslage in Deutschland und alles mögliche unterhalten. Es war ein sehr gelungener Tag.

Tag IV)
Der letzte richtige Tag wurde mit deutscher Gesellschaft verbracht. Marc und ich sind durch Kyoto gewandert. Nach anfänglichen Verlaufen auf dem Bahnhof, ging es mit dem Bus zum Handicraft Center in Kyoto. Dort hatte ich vorher mein Schwert ergattert und Marc teilte meine Faszination und wollte ebenfalls schauen.

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Danach sind wir durch Kyoto gegeistert und haben vergeblich Essen (das uns gefällt) gesucht. Das Essen wurde dann doch gefunden und nebenan war das Manga Museum. Was ein Zufall! Hunderte Asiaten haben sich dort versammelt, um Manga zu lesen, die in der persönlichen Sammlung fehlten. Wir haben allerdings nichts lesen können, da unser japanisch zu wünschen übrig lässt.

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Um den Tag zu beenden suchten wir noch die Spielehalle auf und spielten neben Airhockey auch darum, seltene Anime-Fanartikel zu gewinnen. Wir waren so kurz davor. Mehrmals. Aber im Endeffekt hat es nicht geklappt. Wir kamen uns betrogen vor. (Man könnte fast sagen,  die Spiele seien so gemacht, dass man nicht gewinnen kann. Was ein Wunder!) Danach haben wir doch lieber die Einheimischen bei den Tanzspielen oder beim Monster besiegen zugesehen.

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PS: Calpis, ich werde dich vermissen…img_0749

Aus 10 mach 9: Die Rückkehr

Noch vor 6 Uhr in der Frühe mussten wir gestern (Montag) aufstehen, um mit dem Taxi eineinhalb Stunden nach Osaka zum Flughafen zu fahren. Denn es ging wieder zurück nach Deutschland. Ben stand extra für die Verabschiedung mit auf (er bleibt noch ein paar Tage länger dort).

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Morgens um sechs in Japan…

Wir alle nutzen die Gelegenheit, die uns geboten wurde, für ein Powernap (Nachtrag Johannes: nicht alle 🙂 ), um im Flugzeug für einen Film-Marathon bereit zu sein. Frühstück gab es bei einem japanischem Starbucks, wobei einige Getränke mit Matcha verfeinert waren.

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Beim Security-Check wurden die Kullies aus Nienburg vom Personal als gefährliche Ware identifiziert. (Wir raten dem Dönhoff-Gymnasium vielleicht auf ein anderes Modell umzusteigen.)

Im Flugzeug angekommen entschieden sich 3/5 Schülerinnen und Schüler für „Bibi & Tina“ (die komplette Trilogie) und vereinzelt versuchten wir auch zu schlafen.

In Deutschland verabschiedeten wir alle zusammen Johannes, der gleich nach Berlin weiterflog. Es war eine tolle Erfahrung mit dir, du bist ein super Dellegationsleiter! #supersuperdelegationsleiter

Spruch des Tages:

Zzzz – alle

PS: Im Laufe der Japan-Reise hat sich eine Kollektion an „Schlaf-Bildern“ angesammelt – hier das Best-Of:

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