Vom „kleinen“ Kobe in die Touristenstadt Kyoto

Heute ging es erst später (8:30) zum Zug und dann direkt nach Kyoto. Am dortigen Hauptbahnhof empfing uns ein deutlich größerer Ausländeranteil und zwei Taxis die uns in unsere jetzige Unterkunft gebracht haben, ein schnuckeliges Häuschen nur für uns, in dem neben typisch japanischer Ausstattung durch etwas begrenzten Wohnraum der Kopf wegen niedrigen Türen und Lampen Gefahr läuft ein paar Beulen mitzunehmen.

Da Kyoto im 2. Weltkrieg nicht bombardiert wurde sind noch viele alte Straßen und Tempel vorhanden und in genau so einem wunderschönen alten Viertel liegt unsere Unterkunft.

Nach der Ankunft ging es in den Tempel Nanzen-ji, der mit kleinen stilvollen Gärtchen und überdachten Holzwegen zur Entspannung und Meditation anregt (insofern man das bei den mit Zikaden gefüllten Bäumen schaffen kann).

Im Anschluss gab es Tofu von bester Qualität in einem Restaurant das auf dieses buddhistische Essen spezialisiert ist (man darf schließlich weder Fleisch noch Fisch essen) und der Gruppe gezeigt hat, wie viel besser Tofu als das, was man in Deutschland bekommt, schmecken kann. Ich würde mich niemals dafür entscheiden dauerhaft auf Fleisch zu verzichten, aber bei der Qualität würde ich es sicher eine Zeit lang schaffen.

Vom Tempel ging es in die Burg Nijo, früher Sitz des Shoguns. Die Farbe und Form der Wandmalereien hätte ich nie erwartet. Bedrohliche Löwen auf goldenem Hintergrund in den offiziellen Räumen, um Besuch einzuschüchtern und Tintenmalereien in den privateren Bereichen. Stets begleitet wird unsere Erkundungstour von einem Quietschen durch den Nachtigallboden (ausgelöst durch einen über das Holz der Bodenbretter reibenden Metallnagel). Das Ziel davon war es, feindliche Personen im Schloss schneller zu erkennen, bzw. zu hören. Den Eingang ziert ein großes, reich verziertes Tor, bei dem man wohl schon auf den ersten Blick erkennt, wie viel handwerkliches Geschick dafür von Nöten ist.

DSC01982 (2500x1664)

Tor zur Burg Nijo

Kurz konnten wir noch in die Gärten, mussten uns dann aber beeilen. Eine große Kugel Matcha-Eis verpassten wir leider um 2 Minuten und mussten ohne Eis weiter ziehen. Morgen klappt’s bestimmt.

DSC01993 (2500x1664)

Garten der Burg

Im Altstadtviertel ging es anschließend in eine knapp einstündige Vorstellung, die wie ein Crashkurs Japanische Kultur funktioniert hat, und alles in allem hoch interessant war, auch wenn vor allem die traditionelle Musik sehr gewöhnungsbedürftig war.

Mit Lukas, einem MINT-EC-Alumni der zufällig ganz in der Nähe war, und am Abende zu uns stieß, ging es jetzt zum Abendessen. Wie erwartet war das Essen (eine Art Omlett) wahnsinnig lecker. Anschließend machten wir noch ein Gruppenfoto mit ihm.

DSC02003 (2500x1403)

Student und MINT-EC-Alumni Lukas (Dritter von rechts), derzeit zum Praktikum in Japan, besuchte uns spontan

Danach ging’s zurück durch die engen jetzt menschenleeren Gässchen, die nachts nur noch von ein paar kleinen Kätzchen bevölkert werden. Die Tempel wurden schon jetzt in Vorbereitung auf das O-bon-Fest in wenigen Tagen mit lauter kleinen Lampions beleuchtet. Das erzeugt eine ruhige und angenehme Atmosphäre, die von der nach Sonnenuntergang langsam fallenden Temperatur unterstützt wird.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s