Autor: Delegation MINT-EC

Danke für die beste Japanreise ever!

Jetzt hat der Alltag, für manche sogar die Schule, wieder begonnen und das Jetlag ist kuriert. Damit ist jetzt die optimale Zeit gekommen um den Verantwortlichen für diese unvergessliche Reise danke zu sagen.

Besonders bedanken wollen wir uns bei denen, die uns schon beim Vortreffen mit Erklärungen, Tipps und sogar einem Crashkurs Japanisch versorgt haben: Herr Gollub von Gesamtmetall, der uns auch im Rahmen der Initiative think ING. unterstützt hat und Frau Wonneberg vom Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (jdzb), die es mit Frau Inaba in Japan geschafft hat, die vielen wunderschönen Sehenswürdigkeiten und Programmpunkte zu einer durch und durch gelungenen Reise zusammen zu fügen. Der Stiftung Jugend Forscht danken wir für die finanzielle Unterstützung und das Ermöglichen der Reise.
Danke auch an Frau Waegerle vom jdzb für die Flug-Organisation und unsere beiden Dolmetscherinnen Frau Yamaguchi und Frau Yamashita.

Besonders wollen wir Johannes Brattke danken, der immer wusste, was man am besten ausprobieren sollte (besonders auch  die Essensvorschläge 😉 ), um nichts zu verpassen und stets gut gelaunt unsere Gruppe geführt hat.

Jetzt können wir uns auf das Nachtreffen freuen, bei dem wir uns mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Vorjahre treffen können.

Was ich (Felix) sicher nie vergessen werde: Das unerwartet fantastische Essen, die liebevoll gestalteten Gärten, das super Programm, bei dem ich jeden Tag jederzeit gerne wiederholen würde, die neu gefundenen Freunde aus Japan, Indien, Singapur, den Philippinen,…. und die super Stimmung in der Gruppe.

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Glücklich und müde: Die Delegation ist zurück

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Glücklich, müde… und ein bisschen verwackelt: Abschlussfoto am Frankfurter Flughafen.

Am gestrigen Montag (14.08.) landete gegen 15 Uhr und somit nach fast zwölf Stunden Flugzeit (mit Zeitumstellung) die Reise der diesjährigen MINT-EC-Jugend-forscht-Delegation nach Japan. Müde aber glücklich trennten wir uns, ein bisschen erschlagen von den vielen, vielen Eindrücken.
In den nächsten Tagen folgt noch ein Abschluss-Post der Gruppe. Doch bis dahin heißt es Bilder sortieren, Mitbringsel verteilen, Geschichten erzählen… und schlafen.

 

Grandioser letzter Tag im schönen Kyoto

Nach einem sehr gemütlichen Frühstück in unserem „Tieftisch-Gemeinschaftszimmer“ begann der letzte Tag unserer Reise. Die erste Nacht in der neuen Jugendherberge war dank der großen Betten und der tollen Atmosphäre so erholsam, dass wir uns ausgeschlafen und top fit auf dem Weg zum Sanjusangen-do(-Tempel) machten. Dort erwarteten uns 1001 schwarz-goldene Holzstatuen, welche bereits mehrere 100 Jahre alt sind und beeindruckend in dem Tempel zur schau gestellt werden (die man leider nicht fotografieren darf).

Durch Frau Yamashita, unsere kyototanische Dolmetscherin, haben wir einige Insiderdetails, wie diese über die Stadt und den Tempel bekommen.

Dass Lotusblätter interessante Eigenschaften haben, war Uns allen bekannt. Aber, dass diese auch perfekte Fotomodelle für Calpis-Wassershows sind, haben wir ausgiebig bewundert, bis wir dann schließlich das: „DO NOT TOUCH“ Schild entdeckt hatten.

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Kein Schild zu sehen…

Dafür bekamen wir dann aber auch unsere Schläge, natürlich nur für die gute Durchblutung des Rückens beim Zazen in einem buddhistischen Tempel. Zazen ist eine alte buddhistische Lehre, welche völlige Entspannung durch Meditation herbeiführen sollte. Teilweise kann man dem auch zustimmen, wenn man vernachlässigt, dass man für 15 Minuten in einer nahezu unmöglichen Schneidersitzposition sitzen, den Boden anstarren muss und an nichts denken darf, während man immer wieder aufs neue bis 10 zählt. Gratis dazu gab es auf Wunsch dann eben die Schläge mit einem Holzknüppel, welche anscheinend bei manchen nicht einmal auf Abneigung stießen. Im selben Tempel gab es im Anschluss für uns zuerst eine kleine Süßigkeit und dann den hervorragenden grünen Matcha-Tee.

Ausgeglichen und gestärkt gingen wir im Anschluss durch die Gartenanlage des Tofuku-Tempel, um die letzten Schritte zur Findung unserer inneren Mitte zu gehen.

Das Kontrastprogramm folgte und so wurden schließlich Andenken und kleine Mitbringsel zuerst im Handicraft Center und dann in einer der schönen Einkaufsstraßen Kyotos gefunden und gekauft.

Das Highlight des Tages war aber ein Anderes: Das Essen! Eigentlich könnte man das kommentarlos so stehen und einfach die Bilder für sich sprechen lassen. Der Genuss ist sowieso nicht in Worte zu fassen. Schweigen und genießen war aber an diesem Abend nicht angesagt. Lukas, ein MINT-EC-Alumni war wieder zu Gast und hat den jüngeren unter uns einige interessante Tipps und Tricks für die Zukunft gegeben.

Außerdem gab es natürlich wie so oft wieder mal was zu lachen. Alles in allem ein wundervoller Tag und toller Abschluss für die gesamte spannende Woche!

Vom „kleinen“ Kobe in die Touristenstadt Kyoto

Heute ging es erst später (8:30) zum Zug und dann direkt nach Kyoto. Am dortigen Hauptbahnhof empfing uns ein deutlich größerer Ausländeranteil und zwei Taxis die uns in unsere jetzige Unterkunft gebracht haben, ein schnuckeliges Häuschen nur für uns, in dem neben typisch japanischer Ausstattung durch etwas begrenzten Wohnraum der Kopf wegen niedrigen Türen und Lampen Gefahr läuft ein paar Beulen mitzunehmen.

Da Kyoto im 2. Weltkrieg nicht bombardiert wurde sind noch viele alte Straßen und Tempel vorhanden und in genau so einem wunderschönen alten Viertel liegt unsere Unterkunft.

Nach der Ankunft ging es in den Tempel Nanzen-ji, der mit kleinen stilvollen Gärtchen und überdachten Holzwegen zur Entspannung und Meditation anregt (insofern man das bei den mit Zikaden gefüllten Bäumen schaffen kann).

Im Anschluss gab es Tofu von bester Qualität in einem Restaurant das auf dieses buddhistische Essen spezialisiert ist (man darf schließlich weder Fleisch noch Fisch essen) und der Gruppe gezeigt hat, wie viel besser Tofu als das, was man in Deutschland bekommt, schmecken kann. Ich würde mich niemals dafür entscheiden dauerhaft auf Fleisch zu verzichten, aber bei der Qualität würde ich es sicher eine Zeit lang schaffen.

Vom Tempel ging es in die Burg Nijo, früher Sitz des Shoguns. Die Farbe und Form der Wandmalereien hätte ich nie erwartet. Bedrohliche Löwen auf goldenem Hintergrund in den offiziellen Räumen, um Besuch einzuschüchtern und Tintenmalereien in den privateren Bereichen. Stets begleitet wird unsere Erkundungstour von einem Quietschen durch den Nachtigallboden (ausgelöst durch einen über das Holz der Bodenbretter reibenden Metallnagel). Das Ziel davon war es, feindliche Personen im Schloss schneller zu erkennen, bzw. zu hören. Den Eingang ziert ein großes, reich verziertes Tor, bei dem man wohl schon auf den ersten Blick erkennt, wie viel handwerkliches Geschick dafür von Nöten ist.

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Tor zur Burg Nijo

Kurz konnten wir noch in die Gärten, mussten uns dann aber beeilen. Eine große Kugel Matcha-Eis verpassten wir leider um 2 Minuten und mussten ohne Eis weiter ziehen. Morgen klappt’s bestimmt.

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Garten der Burg

Im Altstadtviertel ging es anschließend in eine knapp einstündige Vorstellung, die wie ein Crashkurs Japanische Kultur funktioniert hat, und alles in allem hoch interessant war, auch wenn vor allem die traditionelle Musik sehr gewöhnungsbedürftig war.

Mit Lukas, einem MINT-EC-Alumni der zufällig ganz in der Nähe war, und am Abende zu uns stieß, ging es jetzt zum Abendessen. Wie erwartet war das Essen (eine Art Omlett) wahnsinnig lecker. Anschließend machten wir noch ein Gruppenfoto mit ihm.

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Student und MINT-EC-Alumni Lukas (Dritter von rechts), derzeit zum Praktikum in Japan, besuchte uns spontan

Danach ging’s zurück durch die engen jetzt menschenleeren Gässchen, die nachts nur noch von ein paar kleinen Kätzchen bevölkert werden. Die Tempel wurden schon jetzt in Vorbereitung auf das O-bon-Fest in wenigen Tagen mit lauter kleinen Lampions beleuchtet. Das erzeugt eine ruhige und angenehme Atmosphäre, die von der nach Sonnenuntergang langsam fallenden Temperatur unterstützt wird.

Goodbye Kobe

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Mit etwas mehr Schlaf als gestern ging es heute morgen mit den ausländischen Delegationen auf zur Rokko Island High School, wo uns ein umfangreiches Programm geboten wurde. Nach der halbstündigen Busfahrt wurden wir sogleich in eine Versammlungshalle geführt, wo uns zunächst das Tagesprogramm erklärt wurde. Daraufhin kamen wir in den Genuss dreier Musikstücke, die in beeindruckender Weise vom Schulorchester dargeboten wurden.

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Anschließend stellten wir uns der „Marshmallow Challenge“. Dabei ist es das Ziel, mithilfe von 20 Spaghetti, 90 cm Klebeband und 90 cm Schnur einen möglichst hohen Turm zu bauen. Nach einigen Mühen gelang es zumindest allen deutschen Schülern (also nicht den Lehrern) die deutsche Ingenieurskunst in Japan zur Schau zu stellen. Dabei gelang es einem Team sogar den Weltrekord (inoffiziell) zu brechen und somit den Wettbewerb für sich und Deutschland zu entscheiden.

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Unsere Super-Baumeister: Yanick und Lukas mit ihrem Spaghetti-Turm.

Nun wurden wir in die Kunst der Kalligraphie eingeführt. Dabei hatten wir zunächst unter Anleitung die Gelegenheit unsere Künste auf Papier zu erproben, sodass wir anschließend Fächer mit Schriftzeichen verzieren konnten, die wir als Gastgeschenk mitnehmen konnten.

Schließlich hatten wir die Chance an einer traditionell japanischen Teezeremonie teilzunehmen. Dabei wird zunächst eine japanische Süßigkeit auf Sojabasis gereicht und gemeinsam gegessen. Anschließend wird aufgeschäumter, grüner Tee verteilt und nachdem man einige vorgeschriebene Worte untereinander wechselt, kann der Tee konsumiert werden. Neben der Teezeremonie beeindruckten uns vor allem die wunderhübschen japanischen Mädchen in ihren Kimono.

Vor der Weiterfahrt zur Great Hanshin-Awaji Earthquake Memorial Disaster Reduction and Human Renovation Institution (kurz Kobe Earthquake Memorial) gab es eine Mittagsverpflegung in der Schulischen Mensa.

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Das Museum setzt sich von den uns bekannten deutlich ab, da es weniger fachbezogen sondern eher emotional gehalten war. Dies spiegelte sich auch in dem zu Anfang vorgeführten Film wider, welcher nachgestellte Szenen vom schweren Erdbeben 1995 zeigt. In der Ausstellung, in der leider das Fotografieren untersagt war, wurden viele zerstörte Gegenstände und Fotos aus jenen tragischen Tagen ausgestellt. Dabei besaß jedes einzelne Ausstellungsstück eine persönliche Geschichte, sodass die Emotionen der Betroffenen sehr deutlich weitergegeben wurden. Schließlich ging ein weiterer Film auf das Erdbeben von 2011, sowie den damit verbundenen Tsunami ein, wobei auch hier wieder Emotionen im Vordergrund standen. Nach diesem Programmpunkt, der uns sehr nachdenklich gestimmt hatte, wurden wir wieder zurück zum Hotel gebracht. Dabei verabschiedeten wir uns von den anderen Delegationen, sowie von den japanischen Schülerinnen und unserer Dolmetscherin Konichi-san.

Nun hatten wir Freizeit, die wir dazu nutzten, um Kobes Einkaufsstraßen zu erkunden. Dabei erblickten wir Petshops, die uns im Allgemeinen geschockt haben, da uns die Haltung der Tiere in sehr kleinen Käfigen zuwider war.

Zum Abschluss der Zeit in Kobe kehrten wir in ein Burgerrestaurant ein, wo wir uns eine deftige Abwechslung zum japanischen Essen gönnten. Vielen Dank an Johannes für diesen Geheimtipp!

Goodbye Kobe, es war schön bei dir.